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Nordkreis Vechta - Rolf Dieter Brinkmann

Er war Vechtas „Underground-Lyriker“, Literatur-Star und kleiner Rebell der Stadt: Rolf Dieter Brinkmann hätte noch so manches bedeutende Werk schreiben können.

„Er wird kommen/wie einer, der zufällig/vorübergeht und nach der Uhrzeit fragt“ schreibt Brinkmann in einem seiner Gedichte. Und tatsächlich soll der Tod ihn ganz plötzlich treffen. 1975 kommt der gebürtige Vechtaer im Alter von nur 35 Jahren bei einem Unfall in London ums Leben.
Geboren wurde der Dichter, Lyriker und Schriftsteller 1940. Sein Vater war Finanzbeamter bei der Stadt, seine Mutter verstarb bereits früh. Brinkmann hingegen zog es schon in jungen Jahren in den literarischen Bereich. 1958 verließ er die Schule ohne einen Abschluss, machte eine Buchhandelslehre in Essen und lebte später mit seiner Frau und seinem Sohn in Köln. Auch ein Pädagogikstudium begann Brinkmann, das er aber bald wieder aufgab, um als Schriftsteller zu arbeiten. Ab 1970 zog sich Brinkmann immer mehr zurück und widmete sich vor allem dem Schreiben. Sein Werk „Westwärts 1 & 2“ zählt heute zu den bedeutendsten Gedichtbänden des 20. Jahrhunderts.
Neben seinen Werken fiel Rolf Dieter Brinkmann aber auch immer wieder durch sein rebellisches Verhalten auf – auch deshalb genoss er in Vechta ein eher schlechtes Image. Um das zu ändern wurde 1992 von Gunter Geduldig, damaliger Leiter der Uni-Bibliothek, die „Rolf Dieter Brinkmann Gesellschaft“ gegründet. Sie hatte es sich seitdem zur Aufgabe gemacht, die Werke des begabten Lyrikers „ins richtige Licht“ zu rücken und bekannt zu machen. Schließlich feierte in Vechta auch der Film „Brinkmanns Zorn“ Premiere. 2007 ernennt die Stadt Vechta eine Straße nach Brinkmann. Somit sah die Gesellschaft ihr Ziel erreicht und löste sich folglich im Jahre 2012 auf.
Noch heute gibt es jedoch an der Universität Vechta eine Arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann, die sich vor allem dem Werk und Schaffen des rebellischen Dichters widmet. Weitere spannende Fakten zum Leben des Dichters und auch viele Werke des gebürtigen Vechtaers gibt es in der Universitätsbibliothek Vechta, Driverstraße 22, zu entdecken.